Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik

Fachschule für Technik

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Informationen zum Bildungsgang

Die Techniker der Fachschule für Technik (Technikerschule) besetzen zunehmend die anerkannte Qualifikationsebene zwischen Facharbeitern bzw. Gesellen und Meistern einerseits und Ingenieuren andererseits.
Handwerk, Industrie und öffentlicher Dienst benötigen sowohl praxiserfahrene als auch theoretisch bestens ausgebildete Fachkräfte mit einem hohen Maß an Handlungskompetenz.

Diese müssen sich den ständig wandelnden und wachsenden Ansprüchen der kommerziellen Gesellschaft an mittlere Führungskräfte anpassen können.
Der Einsatz des staatlich geprüften Technikers realisiert sich im Spektrum der Planungen über die Bauausführung bis hin zu Herstellung und Vertrieb von Heizungs-, Klima- und Sanitärobjekten jeglicher Art und Größe.

Konkret bedeutet dies Tätigkeiten in den Bereichen:

  • Entwicklung, Projektierung, Konstruktion
  • Fertigungsplanung und Arbeitsvorbereitung
  • Erstellen von Leistungsverzeichnissen und Ausschreibungen
  • Produktion, Kontrolle und Betriebsüberwachung
  • Bauleitung und Terminkoordination
  • Materialprüfung
  • Einkauf, Verkauf, Kundendienst
  • Reparaturannahme und Reklamationsbearbeitung
  • Sachbearbeitung
  • Kundenberatung
  • Energieversorgung
  • Schulung von technischem Fachpersonal
  • Einsatz im Sachverständigenbereich
  • Mitarbeit in Fachausschüssen
  • Erstellung von Veröffentlichungen, Informationsschriften und Betriebsanleitungen
  • Informationstechnische Aktivitäten

Daten zur Weiterbildung

Die Vollzeitschule der Fachschule für Technik in Tagesform umfasst durchschnittlich 30 Wochenstunden zu je 45 Minuten. Der Unterricht erfolgt montags bis freitags vorzugsweise zwischen 7.45 Uhr und 14.45 Uhr. Teilzeitunterricht (Abendform) kann bei Bedarf ebenfalls angeboten werden. Die Abendform wird allerdings nur bei einer genügend großen Anzahl von Interessenten angeboten. Die schulische Weiterbildung in Tagesform dauert zwei Jahre (vier Semester), die Abendform vier Jahre (acht Semester). Es gilt die allgemeine Ferienordnung des Landes NRW.

Voraussetzungen

Die Ausbildung beginnt zum Schuljahresanfang der öffentlichen Schulen des Landes Nordrhein-Westfalen im Anschluss an die Sommerferien. Eine Aufnahmeprüfung wird nicht durchgeführt.

Folgende Aufnahmebedingungen müssen erfüllt sein:

  • Abschluss der Ausbildung in einem Beruf der Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik sowie einschlägigen Berufen, die diesem Berufsfeld zuzuordnen sind (z.B. Anlagenmechanikerin SHK / Anlagenmechaniker SHK, Technische Zeichnerin / Technischer Zeichner, Schornsteinfegerin / Schornsteinfeger, etc.)

und einer

  • einjährigen beruflichen Tätigkeit in einem Beruf dieser Fachrichtung (kann teilweise auch während der Fachschulweiterbildung abgeleistet werden). Dienstzeiten der Bundeswehr werden nur anerkannt, wenn diese als fachbezogen nachgewiesen werden können.

Prüfungen

Am Ende des 4. Semesters wird ein Fachschulexamen durchgeführt, mit dem die in dem Bildungsgang erworbene Gesamtqualifikation festgestellt wird. Das Fachschulexamen besteht aus insgesamt drei schriftlichen Examensprüfungen. Dabei erhält die Studierende / der Studierende jeweils komplexe, fachübergreifende Aufgabenstellungen, die die fachliche Vielseitigkeit des Aufgabengebietes einer Technikerin / eines Technikers widerspiegeln und den Einsatz der erworbenen Kompetenzen einfordern.

Bei bestandener Prüfung erhalten die Studierenden mit dem entsprechenden Abschlusszeugnis die Qualifikation des „Staatlich geprüften Technikers“ und die Bezeichnung „Bachelor Professional in Technik“ (s.u. Abschluss).

Förderung und BAföG

Für die Weiterbildung zum Techniker erhebt das BKfT kein Schulgeld. Es besteht die Möglichkeit, staatliche Unterstützung in Form von Kindergeld, Schüler- oder Aufstiegs-BAföG zu beantragen. Besonders das „Aufstiegs-BAföG“ auch „Meister-BAföG“ genannt ist sehr interessant, da seit dem 1. August 2020 die Unterhaltsförderung vollständig als Zuschuss gewährt wird. Das heißt, sie muss nicht mehr zurückgezahlt werden. Die Beantragung erfolgt dabei im Dezernat 49 der Bezirksregierung Köln.

Nähere Informationen hierzu finden Sie unter: https://www.bezreg-koeln.nrw.de

Unterricht

Die Unterrichtsfächer umfassen mindestens 2400 Unterrichtsstunden in der zweijährigen Fachschule in Tagesform.

Die Stundentafel besteht aus drei verschiedenen Lernbereichen: dem fachübergreifenden Lernbereich, dem fachrichtungsbezogenen Lernbereich und dem Differenzierungsbereich.

I. Fachübergreifender Lernbereich

Die Fächer des fachrichtungsübergreifenden Lernbereichs sind:

  • Deutsch / Kommunikation
  • Fremdsprache Englisch
  • Politik / Gesellschafstlehre
  • Betriebs- und Personalwirtschaft

II. Fachrichtungsbezogener Lernbereich

Der Unterricht des fachrichtungsbezogenen Lernbereichs wird aufgeteilt in insgesamt 15 Lernfelder. Diese Lernfelder sind didaktisch begründete, schulisch aufbereitete Handlungsfelder. Sie fassen komplexe Aufgabenstellungen zusammen, deren unterrichtliche Bearbeitung in handlungsorientierten Lernsituationen erfolgt. Die Ausarbeitung der Lernfelder durch Lernsituationen wird in den Bildungsgangkonferenzen geleistet.

 

Lernfelder A 1. Jahr

Nummer
Lernfelder A 1. Jahr
Zeitrichtwert in Stunden
1
Geschäftsfelder und Akteure analysieren
40-80
2
Kunden akquirieren, beraten und Service organisieren
40-80
3
Systeme analysieren und Planungsgrundlagen ermitteln
120-280
4
Komponenten und Baugruppen analysieren und auslegen
80-320

Lernfelder B 1. Jahr

Nummer
Lernfelder B 1. Jahr
Zeitrichtwert in Stunden
5
Anlagen steuern und regeln
80-120
6
Betriebliche Geschäftsprozesse analysieren und planen
40-80
7
Aufträge und Projekte abwickeln
40-80

Lernfelder A 2. Jahr

Nummer
Lernfelder A 2. Jahr
Zeitrichtwert in Stunden
8
Schulungen planen und durchführen
80-120
9
Anlagen planen
120-240
10
Umwelt- und Energieberatung konzipieren und planen
40-160
11
Anlagen modifizieren und optimieren
80-120

Lernfelder B 2. Jahr

Nummer
Lernfelder B 2. Jahr
Zeitrichtwert in Stunden
12
Anlagen installieren und in Betrieb nehmen
80-120
13
Anlagen begutachten und Störfälle beseitigen
80-120
14
Qualitätsmanagementsysteme analysieren und implementieren
40-80
15
Verfahren des Facility Managements anwenden
40-80

Fächer

Fächer sind landeseinheitlich inhaltlich-organisatorische Einheiten, die auf den Jahreszeugnissen ausgewiesen und benotet werden. Ihnen werden die Lernfelder (LF) wie folgt zugeordnet:

Unterrichtsfächer

Berufsbezogener Lernbereich
1. Jahr
2. Jahr
Kundenberatung und -betreunung
LF1, LF2
LF8, LF10
Anlagenanalyse und -planung
LF3, LF4
LF9, LF11
Anlagenbetrieb
LF5
LF12, LF13
Geschäftsprozesse und Projektmanagement
LF6
LF14, LF15
Projektarbeit
 
Projektarbeit

Projektarbeit

Im dritten Ausbildungshalbjahr erhalten die Studierenden das Thema für eine Projektarbeit. Diese Projektarbeit wird in Teamarbeit (3-4 Personen pro Gruppe) bearbeitet. Die Aufgabenstellung ist ein komplexes Thema, meist ein realer Auftrag aus dem Handwerk, von Wohnungsbaugesellschaften oder Ingenieurbüros, mit Schwerpunkten aus den Bereichen Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik. Auch die übrigen Unterrichtsfächer sind in unterschiedlichem Maße in die Projektarbeit integriert.
Nach Fertigstellung der Projektarbeit wird diese einer breiten Öffentlichkeit innerhalb einer Präsentationsveranstaltung vorgestellt.

Abschluss und Perspektive

Der Bildungsgang der FSH gliedert sich in vier Schulhalbjahre (Semester). Für Fächer bzw. Lernfelder, die über ein bzw. zwei Semester bzw. Schulhalbjahre unterrichtet werden, wird eine Note auf dem Jahreszeugnis erteilt. Die Zeugniskonferenz beschließt über diese Noten für das Schulhalbjahr bzw. Schuljahr. Für das Zeugnis nach dem zweiten Semester legt die Zeugniskonferenz fest, ob eine Versetzung in das dritte (und vierte) Semester erfolgt.

Im Falle einer Nichtversetzung kann auf Antrag des Nichtversetztens eine Nachprüfung abgelegt werden.

Nach dem ersten Schuljahr erhalten die Studierenden ein Jahreszeugnis und nach dem zweiten Schuljahr ein Abschlusszeugnis. Zusätzlich erhalten die Studierenden ein Halbjahreszeugnis nach dem dritten Semester, das für Bewerbungszwecke genutzt werden kann.

Bei bestandener Prüfung am Ende des vierten Semesters erhalten die Studierenden mit dem entsprechenden Abschlusszeugnis die Qualifikation der „Staatlich geprüften Technikerin“ / des „Staatlich geprüften Technikers“ und die Bezeichnung „Bachelor Professional in Technik“.

 

Zusätzliche Abschlüsse:

In Zusammenarbeit mit der TÜV-SÜD Akademie GmbH können unsere Studierenden bei uns die Zertifikate als „Qualitätsmanagement-Fachkraft QMF-TÜV“ und „Qualitätsmanagement-Beauftragte / Qualitätsmanagement-Beauftragter QMB-TÜV“ erwerben. Zudem werden Lehrgänge im Bereich Projektmanagement angeboten. Die TÜV-Lehrgänge finden am BKfT mit unseren Lehrkräften und ggf. TÜV-Moderatoren statt. Für die Prüfungen und Bescheinigungen der Zusatzschulungen fallen jedoch Kosten an.