Industriemechaniker/-in

Berufsschule

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Informationen zum Ausbildungsberuf

Industriemechanikerinnen und Industriemechaniker werden überwiegend in den beruflichen Handlungsfeldern

  • Herstellen,
  • Montieren,
  • Instandhalten und
  • Automatisieren

von technischen Systemen eingesetzt, aus denen sich die in der Berufsschule zu vermittelnden fachlichen Lerninhalte in Form sogenannter berufsbezogener „Lernfelder“ ableiten.

Die Herstellung von Geräte- und Maschinenbauteilen sowie Maschinenbaugruppen und deren anschließende Montage zu Maschinen und technischen Systemen gehört zu den primären Aufgabengebieten von Industriemechanikerinnen und Industriemechanikern. Sie drehen, fräsen, bohren, feilen und schleifen das Material, schweißen oder verschrauben die Bauteile und montieren und justieren sie. Anschließend richten sie die technischen Systeme ein, nehmen sie in Betrieb und prüfen ihre Funktionen.

Des Weiteren zählen zu den Aufgaben der Industriemechanikerinnen und Industriemechaniker die Wartung, Instandhaltung und Reparatur von Anlagen, d.h. sie ermitteln Störungsursachen, wenn während des Betriebes der Anlagen ein Fehler auftritt und führen im Anschluss die erforderlichen Reparaturen aus.

Um Sie für die Übernahme dieser Aufgaben als Industriemechanikerin und Industriemechaniker bestmöglich auszubilden, vermittelt unser Bildungsgang umfangreiche Kompetenzen, welche innerhalb des Unterrichts an unserer Schule anhand der Lernfelder thematisiert werden: Es werden im Einzelnen mathematische, naturwissenschaftliche und technische Inhalte sowie sicherheitstechnische, betriebswirtschaftliche und ökologische Aspekte in den Lernfeldern integrativ vermittelt, die durch die zusätzliche Betrachtung einschlägiger Normen, Rechtvorschriften und Unfallverhütungsvorschriften ergänzt werden.

Daten zur Ausbildung

Die Dauer der Ausbildung beträgt 3,5 Jahre.
Die Ausbildung findet in industriellen Betrieben und im Berufskolleg statt.
Die schulische Ausbildung findet in Lernfeldern statt.

Voraussetzungen

Prüfung

Die Abschlussprüfung gliedert sich in zwei Teile (Theorie und Praxis) und wird von der Industrie- und Handelskammer abgenommen.
Teil 1 der Prüfung wird im 2. Ausbildungsjahr abgelegt und bestimmt zu 40% die Abschlussnote.
Teil 2 der Prüfung wird im 4. Ausbildungsjahr abgelegt und bestimmt zu 60% die Abschlussnote.

Unterricht

Berufsschultage und Stundenzahl

Die Ausbildung erfolgt sowohl in den Ausbildungsbetrieben als auch am Berufskolleg Rheydt-Mülfort für Technik, wobei eine inhaltliche Abstimmung des Berufsschulunterrichts und der betrieblichen Ausbildung angestrebt wird.

Während des ersten Schulhalbjahres im ersten Ausbildungsjahr findet der Unterricht montags in Teilzeitform statt.

Nach dem ersten halben Jahr besuchen Sie die Berufsschule im Blockunterricht.

Dabei gibt es für jedes Halbjahr feste Unterrichtstage. Sie haben während des Blockunterrichts über einen Zeitraum von durchschnittlich vier Wochen von Montag bis Freitag täglich Berufsschulunterricht. In der blockfreien Zeit lernen und arbeiten Sie im Ausbildungsbetrieb.

1. Berufsbezogener Lernbereich

Lernbereich
1. Jahr
2. Jahr
3. Jahr
4. Jahr
Summe
Betriebs- und Wirtschaftsprozesse
0- 40
0- 40
0- 40
0- 20
140
Fertigungsprozesse
140 – 160
100 – 140
40- 60
280-360
Montageprozesse
60- 80
40
60- 80
60- 80
220 – 280
Instandhaltungsprozesse
60 – 80
40
60- 80
160 – 180
Automatisierungsprozesse
60
80
60
200
Fremdsprache
0-40
0-40
0-20
40-100
Summe:
320
280 – 320
280 – 320
140 – 160
1020 – 1120

2. Differenzierungsbereich

Die Stundentafeln der APO-BK, Anlage A 1, A 2, A 3.1 und A 3.2, gelten entsprechend.

Übersicht über die Lernfelder

Die folgende Tabellen zeigen die Übersicht über die Lernfelder für den Ausbildungsberuf.

Lernfelder 1. Jahr

Nummer
Lernfelder 1. Jahr
Zeitrichtwert in Stunden
1
Fertigen von Bauelementen mit handgeführten Werkzeugen
80
2
Fertigen von Bauelementen mit Maschinen
80
3
Herstellen von einfachen Baugruppen
80
4
Warten technischer Systeme
80

Summe: 320

Lernfelder 2. Jahr

Nummer
Lernfelder 2. Jahr
Zeitrichtwert in Stunden
5
Fertigen von Einzelteilen mit Werkzeugmaschinen
80
6
Installieren und Inbetriebnehmen steuerungstechnischer Systeme
60
7
Montieren von technischen Teilsystemen
40
8
Fertigen auf numerisch gesteuerten Werkzeugmaschinen
60
9
Instandsetzen von technischen Systemen
40

Summe: 280

Lernfelder 3. Jahr

Nummer
Lernfelder 3. Jahr
Zeitrichtwert in Stunden
10
Herstellen und Inbetriebnehmen von technischen Systemen
80
11
Überwachen der Produkt- und Prozessqualität
60
12
Instandhalten von technischen Systemen
60
13
Sicherstellen der Betriebsfähigkeit automatisierter Systeme
80

Summe: 280

Lernfelder 4. Jahr

Nummer
Lernfelder 4. Jahr
Zeitrichtwert in Stunden
14
Planen und Realisieren technischer Systeme
80
15
Optimieren von technischen Systemen
60

Summe: 140

Die Lernfelder 1 bis 6 sind mit den geforderten Qualifikationen der Ausbildungsordnung für den ersten Teil der Abschlussprüfung abgestimmt.

Die Lernfelder 7 bis 15 sind mit den geforderten Qualifikationen für den zweiten Teil der Abschlussprüfung abgestimmt. Die Lernfelder des vierten Ausbildungshalbjahres berücksichtigen insbesondere die beruflichen Einsatzgebiete in ihrer ganzheitlichen Aufgabenstellung.

Unterrichtsfächer

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Zuordnung der einzelnen Lernfelder zu den Fächern.

Berufsbezogener Lernbereich
1. Jahr
2. Jahr
3. Jahr
4. Jahr
Fertigungsprozesse
LF 1, LF 2
LF 5, LF 8
LF 11
Montageprozesse
LF 3
LF 7
LF 10
LF 14
Instandhaltungsprozesse
LF 4
LF 9
LF 12
Automatisierungsprozesse
LF 6
LF 13
LF 15

Im berufsbezogenen Bereich werden unterrichtet:

  • Fertigungsprozesse
  • Montageprozesse
  • Instandhaltungsprozesse
  • Automatisierungsprozesse
  • Betriebs- und Wirtschaftsprozesse
  • Fremdsprache

Das Fach „Englisch“ als Fremdsprache wird mit insgesamt 40 Stunden pro Schuljahr unterrichtet. Neben dem berufsbezogenen Lernbereich werden im berufsübergreifenden Bereich die Fächer

  • Deutsch/Kommunikation,
  • Religionslehre,
  • Sport/Gesundheitsförderung
  • und Politik/Gesellschaftslehre

unterrichtet.

Abschluss und Perspektive

Abschluss

Nach der dreieinhalbjährigen Ausbildung erhalten Sie nach einer erfolgreich abgelegten Abschlussprüfung den Abschluss als Industriemechanikerin / Industriemechaniker.

Ein Berufsschulabschluss ist dem Hauptschulabschluss nach Klasse 10 gleichwertig.

Bei entsprechendem Notendurchschnitt (mindestens 3,0) und nachgewiesenen Englischkenntnissen erwerben Sie die Fachoberschulreife mit dem Berufsabschlusszeugnis und bestandener Berufsabschlussprüfung.

Perspektive

Durch den Besuch einer Technikerschule – z. B. mit der Fachrichtung Mechatronik am Berufskolleg Rheydt-Mülfort für Technik  – können Sie sich zur Übernahme erweiterter Verantwortung und Führungstätigkeit qualifizieren. Mit der Weiterbildung zur staatlich geprüften Technikerin / zum staatlich geprüften Techniker können Sie damit bereits während Ihrer Ausbildungszeit beginnen, sofern bestimmte Aufnahmebedingungen erfüllt werden. Nähere Informationen finden Sie z. B. unter: Fachschule für Technik

Nach einer abgeschlossenen Ausbildung als Industriemechanikerin / Industriemechaniker können Sie sich mit entsprechender Berufspraxis zur Industriemechaniker-Meisterin / zum Industriemechaniker-Meister qualifizieren. Die / Der geprüfte Industriemechaniker-MeisterinIndustriemechaniker-Meister ist eine Fach- und Führungskraft, d.h. sie oder er ist eine qualifizierte Facharbeiterin / ein qualifizierter Facharbeiter mit Sach-, Führungs- und Organisationsaufgaben innerhalb der Schnittstelle von Planung und Fertigung sowie dem Management und Facharbeitern.

Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit der Weiterbildung zur Technischen Fachwirtin / zum  Technischen Fachwirt oder zur Industrie-Betriebswirtin / zum Industrie-Betriebswirt.