Die Kooperation zwischen dem Berufskolleg Rheydt-Mülfort für Technik und dem Jugendförderungswerk Mönchengladbach ebnet jungen Flüchtlingen den Weg in die Ausbildung. Der Mix aus internationaler Förderklasse und BOF (Berufsorientierung für Flüchtlinge) zeigt erste Erfolge.

Carolin Szabó ist Schulsozialarbeiterin und begleitet am Berufskolleg Rheydt-Mülfort für Technik aktuell vier internationale Förderklassen, in denen junge Menschen im Alter von 16 bis 22 aus 15 verschiedenen Nationen unterrichtet werden. In den Werkstätten vor Ort sammeln diese Schüler außerdem erste Fachpraxis in den Bereichen Holz, Metall, Kfz, Elektro und Gestaltungstechnik.

Dieter Langenberg ist Teamleiter der Maßnahmen für Geflüchtete beim Jugendförderungswerk Mönchengladbach. Dort wird seit 2016 die Qualifizierungsinitiative „Wege in Ausbildung für Flüchtlinge“ durchgeführt, ein Förderprojekt des Bildungsministeriums, der Arbeitsagentur und des Handwerksverbands, das bis zu 10.000 jungen Flüchtlingen die Chance auf eine Ausbildung eröffnen soll.

Das Berufskolleg und das Jugendförderungswerk arbeiten bereits seit Jahren in der Ausbildungsvorbereitung zusammen. Neu ist, dass vier Schüler der internationalen Förderklasse für gut drei Monate vom Unterricht freigestellt wurden, um im Modul „BOF“ (Berufsorientierung für Flüchtlinge) Einblick in verschiedene Handwerksberufe zu nehmen, Grundkenntnisse zu erwerben und Betriebspraktika zu absolvieren.

Für Emran (Bildmitte) ist der Weg nun geebnet. Der 17-Jährige, der vor drei Jahren aus Afghanistan nach Deutschland kam, beginnt im August eine Ausbildung als Maler und Lackierer. Die Orientierungsphase hat ihm gefallen: „Das war sehr gut. Ich habe gezeigt, was ich kann, und habe viel dazugelernt.“ Amadou (außen links) und Mamadou (außen rechts) haben in der Berufsorientierung ihre Leidenschaft fürs Tischlerhandwerk entdeckt. Die beiden 18-jährigen Flüchtlinge aus Guinea werden nun ein weiteres Jahr die Förderklasse am Berufskolleg besuchen, um unter anderem ihre Sprachkenntnisse zu verbessern. Sie suchen zum Sommer 2019 nach Ausbildungsplätzen. Mit den Erfahrungen, die Amadou in den vergangenen Wochen gemacht hat, ist er zuversichtlich, dass das klappen wird. Nicht auf dem Foto zu sehen, aber ebenfalls erfolgreich bei der Suche nach einem passenden Ausbildungsberuf ist Reza, 17 Jahre alt, aus Afghanistan. Er möchte Friseur werden.

Die Handwerksmeister und Ausbilder, die diese vier Jungs bereits kennengelernt haben, äußerten sich sehr positiv und lobten sie für ihre Pünktlichkeit, Lernbereitschaft, den Wissensdurst und das bereits gezeigte handwerkliche Geschick. Peter Windgassen, Betreuer beim Jugendförderungswerk, meinte sogar, dass es für nachfolgende Jugendliche schwer werde, in diese Fußstapfen zu treten. Somit steht jetzt schon fest, dass die Kooperation der beiden Bildungsträger eine erfolgreiche ist.

 

Dieser Bericht wurde veröffentlicht im Magazin der Kreishandwerkerschaft Mönchengladbach "KREIHA INFO", Ausgabe April/Mai 2018, S. 19.

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