Schulprogrammauszug

Vorwort

Entwicklung zum Berufskolleg
   Berufliche Bildung an den Beruflichen Schulen für Technik
   Organisationsentwicklung
   Überleitung zum Berufskolleg Rheydt - Mülfort für Technik

Berufskolleg Rheydt - Mülfort für Technik
   Unterricht
   Bildungsgangkonferenzen
   Leitvorstellungen

 


Vorwort

 

Was ist die zentrale Aufgabe für ein Berufskolleg für Technik, in der die heutige Generation von jungen Menschen für eine unbekannte Zukunft vorbereitet werden soll? Diese grundlegende Frage ist nicht neu und alle werden sicherlich wissen, dass Schule immer im Spannungsfeld zwischen Bewahren und Verändern steht. Geändert haben sich allerdings in den letzten Jahren die Ausgangsbedingungen durch den raschen gesellschaftlichen Wandel und die bildungspolitischen Rahmenvorgaben, was zu einer Neubestimmung der Aufgaben, insbesondere der beruflichen Schulen geführt hat.

Im vergangenen Jahrzehnt wurden mehr Kenntnisse erworben als in der gesamten Menschheitsgeschichte zuvor [1]. In einem Feld dieser enormen Veränderungen gestalten wir über Unterricht Bildungs- und Erziehungsarbeit. Zum Jahrtausendwechsel gab es genügend Prognosen über die Zukunft. Ich möchte hier zurückgreifen auf Aussagen verschiedener Professoren der Fraunhofer - Institute, die anlässlich ihres 50. Gründungsjahres im letzten Jahr ein Buchprojekt " Projekt Zukunft " erarbeitet haben. Aus den verschiedensten Technologiebereichen lassen sich für uns folgende Kernaussagen für die Zukunft treffen.

Die Wirtschaft wird sich neu organisieren. An die Stelle von Zergliederung und starren hierarchischen Strukturen treten Teamarbeit, flache Hierarchien und flexible Strukturen. Die Annäherung an das `Virtuelle Unternehmen` ist im Gange, die neuen Paradigmen orientieren sich an der Natur: Fraktale, selbstständige Einheiten verknüpfen sich durch Selbstorganisation zu Netzen. Die Unternehmen beziehen Institutionen und Kunden in ihre Netzwerke mit ein. Schlüsselqualifikationen sind Kommunikations- und Lernfähigkeit. Der Einzelne übernimmt stärkere Verantwortung für Prozeßketten, identifiziert sich stärker mit Projekten als mit dem Unternehmen und ist in der Lage und bereit, sich von zu Hause oder von Businesszentren aus über die weltweiten Netze an Produktion und Dienstleistung zu beteiligen. Parallel zum herkömmlichen Ausbildungssystem stehen eine Vielzahl multimedialer und virtueller Weiterbildungsangebote für die lebenslange Fortbildung - zu Hause oder im Büro - zur Verfügung. Ziel ist der kompetente, flexible Mitarbeiter.

Gleich wie kritisch man diese Aussagen - die im Detail viel weiter gehen - auch beurteilt, wir müssen uns diesen Herausforderungen stellen. Unterricht muss von der Wissensvermittlung zum Wissensmanagement kommen und das 'Lernen lernen' mit modernsten Mitteln und Methoden ist angesichts dieser Entwicklungen unerlässlich.  Dazu brauchen wir Arbeitsräume mit multimedialen, vernetzten Arbeitsinseln, in denen Lehrerinnen und Lehrer und Schülerinnen und Schüler in Gruppen lernend zusammenarbeiten. Es gibt Gruppen-, Klassen- und Laborräume, in denen an Projekten ohne Berücksichtigung des 45 – Minuten - Taktes gearbeitet wird. Für solche Lernumgebungen müssen wir arbeiten.

Wir müssen als Lehrer und Bürger unsere Politiker in die Pflicht nehmen, engagiert diesen Herausforderungen begegnen und in diesem Sinne eng mit dem Schulträger zusammenarbeiten. Wir müssen eine Atmosphäre, eine Lernumgebung und eine Lernkultur schaffen, in der Schülerinnen und Schüler die Freude am Entdecken des Neuen sowie dessen kritische Reflexion als wesentliche Erfahrungen machen. Gerade der moderne Anspruch der Flexibilität im Rahmen der politischen Ökonomie fordert Veränderungen der Machtstrukturen durch diskontinuierlichen Umbau der Institutionen, die flexible Spezialisierung der Produktion und die Konzentration der Macht ohne Zentralisierung [2]. In der Bildungs- und Erziehungsarbeit mit Schülerinnen und Schülern müssen diese Entwicklungen und deren Einflüsse auf die Lebensgestaltung der Menschen analysiert und die Folgen abgeschätzt werden. Unsere Schülerinnen und Schüler sind die Bürger, die zukünftig in sozialer und ökologischer Verantwortung Arbeitsprozesse und gesellschaftliche Prozesse mitgestalten sollen.

Das nachfolgende Schulprogramm soll zeigen, dass an unserer Schule die Störung von Ruhe und Ordnung als Chance für Innovationen betrachtet wird. Wir arbeiten an einer neuen Schulkultur im Sinne einer offenen und lernenden Schule, einem Haus des Lernens, das insbesondere in der Region die berechtigten Bedürfnisse aller Partner - soweit wir können –im Rahmen der neu eingerichteten Institution „Bildungsgangkonferenz“ berücksichtigt.

Martin Pielka

Oberstudiendirektor

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Entwicklung zum Berufskolleg

Berufliche Bildung an den Beruflichen Schulen für Technik

Die Beruflichen Schulen für Technik bestanden bis zur Umwandlung zum Berufskolleg Rheydt – Mülfort für Technik aus der Berufsschule, der Vorklasse zum Berufsgrundschuljahr,  dem Berufsgrundschuljahr, der Berufsfachschule, der Fachoberschule und der Fachschule für Technik mit den Fachrichtungen Heizungs-, Lüftungs-, Klimatechnik und Informatik mit dem Schwerpunkt Technische Informatik.

Schulformen der Beruflichen Schulen für Technik

Berufliche Bildung in diesen unterschiedlichen Schulformen hatte ihren Ausgangspunkt in der Berufsschule, die durch die Abteilungen Bautechnik, Elektrotechnik, Kraftfahrzeugtechnik und Metalltechnik strukturiert wurde. In jeder Abteilung bildeten die zugeordneten Berufe, das jeweilige Berufsbild das didaktische Zentrum für den Unterricht. Im Vordergrund stand nach den Richtlinien und Lehrplänen - zumindest bis zur Neuordnung der Elektro- und Metallberufe - ein auf Wissensvermittlung organisierter Unterricht. Dahinter stand ein Lernen der Schülerinnen und Schüler, das im Wesentlichen auf ein bestimmtes, überprüfbares Wissen innerhalb der Ausbildungszeit zielte. Lernergebnisse orientierten sich an der Überprüfung des Wissens.

Unterricht in Abteilungen

Die enge Zusammenarbeit der Lehrerinnen und Lehrer der Schule in verschiedenen Arbeitskreisen mit den Ausbildungspartnern aus Handwerk und Industrie, machte schon bis zur Neuordnung deutlich, dass die gültigen Lehrpläne den Anforderungen der Wirtschaft in weiten Bereichen nicht genügten. Schon zu Beginn der achtziger Jahre wurden deshalb erste Ansätze zur Ausbildung z. B. im Bereich der Informationstechnik aufgenommen. So wurden Technische Zeichnerinnen und Zeichner in Absprache mit der Industrie in CAD unterrichtet, in der Fachoberschule und Fachschule Grundlagen der Informatik vermittelt, obwohl die Lehrpläne derartige Inhalte noch nicht kannten. In allen Berufen wurde weit über den geforderten, teilweise veralteten Lehrplanstand hinaus unterrichtet. Die Abteilung Bautechnik entwickelte über die Zusammenarbeit mit der niederländischen Partnerschule Gilde Opleidingen Roermond berufsübergreifende Bezüge über die Landesgrenzen hinaus.

Lehrerfortbildung und Kooperation

Diese weitreichenden Veränderungen konnten durch die Fortbildung der Lehrerinnen und Lehrer, die auch im Rahmen der Kooperationsarbeit mit den Ausbildungspartnern statt fand, realisiert werden. Die Lehrerinnen und Lehrer der Berufsschule sind im Rahmen der Vermittlung von Kenntnissen und Fertigkeiten den Innovationszyklen der Technik unterworfen und werden in erheblichem Maße durch die Arbeitsmethoden der Wirtschaft beeinflusst. Etliche Lehrerinnen und Lehrer der Schule haben selbst eine berufliche Erstausbildung durchlaufen und sind ausgebildete Ingenieure. Die damit verbundenen Kompetenzen und partnerschaftliche und offene Umgang der Lehrerinnen und Lehrer mit den Schülerinnen und Schülern,  erlauben im Unterricht aktuelle technische Veränderungen und  Betriebswirklichkeit zu reflektieren. Dementsprechend war die Neuordnung der Elektro- und Metallberufe Ende der 80er Jahre ein von vielen Lehrerinnen und Lehrern erwarteter Schritt zur Anpassung der Lehrpläne an die Ausbildungswirklichkeit.

Strukturwandel

und

Neuordnung

Handlungsorientierung als zentraler Begriff wurde nun durch die Richtlinien und Lehrpläne verbindlich vorgegeben. In der Fachschule und der Fachoberschule bestimmten offene Curricula die Arbeit der Lehrerinnen und Lehrer. Lernen wurde im Sinne der Förderung beruflicher Handlungskompetenz verstanden, Schlüsselqualifikationen rückten in den Mittelpunkt der schulischen Diskussion. Unterricht zielte in Lernzusammenhängen auf Identitätsfindung und Herausbildung sozialer Kompetenzen. Dies erforderte die Gestaltung von Lernsituationen, in denen fachliches und überfachliches Lernen ermöglicht wurde. Der Schulträger unterstützte, soweit möglich, durch entsprechende Investitionen die Ausgestaltung der Schule im Hinblick auf diese neue Lernkultur.

Handlungsorientierter Unterricht

Zeitgleich mit dieser Entwicklung fanden in unserer Wirtschaftsregion Veränderungen statt, die in den Metall- und Elektroberufen zu rückläufigen Schülerzahlen führten. Ebenso hatte die Fachoberschule sinkende Schülerzahlen. In den Berufen der Bautechnik und der Kraftfahrzeugtechnik blieben die Zahlen relativ stabil. Der Anteil der Jugendlichen ohne Ausbildungsvertrag stieg.

Entwicklung der Fachschule für Technik

In dieser Situation entwickelte die Schule die Fachschule für Technik mit der Fachrichtung Heizungs-, Lüftungs-, Klimatechnik. Treibende Kräfte waren Lehrerinnen und Lehrer aus der Elektro-, Metall- und Versorgungstechnik. Der Metallabteilung waren die Lehrerinnen und Lehrer zugeordnet, die den Unterricht für die Berufe Gas- und Wasserinstallateur sowie Zentralheizungs- und Lüftungsbauer gestalteten. Erstmals wurde Unterricht fächerübergreifend durch die Beteiligung von Lehrerinnen und Lehrern aus den genannten Abteilungen und Kollegen der Bauabteilung realisiert.

Fachrichtung Heizungs- Lüftungs- und Klimatechnik

Die Erfolge der Schule mit der Fachschule im Bereich der Weiterbildung und die Nachfrage der Wirtschaft nach ausgebildeten Arbeitskräften in der Automatisierungstechnik und der damit verbundenen Informationstechnik, führten Mitte der 90er Jahre zur weiteren Nutzung der Kernkompetenzen der Kollegen aus der Elektro- und Metallabteilung. Die Fachschule für Technik wurde um die Fachrichtung Informatik mit dem Schwerpunkt Technische Informatik erweitert.

Fachrichtung Informatik  Schwerpunkt Technische Informatik

In der beruflichen Erstausbildung zeigte sich zeitgleich in der engen Zusammenarbeit mit den Partnern aus der Industrie, dass von vielen Mitarbeitern Kompetenzen aus den Berufsbildern der Elektro- und Metallberufe in Verbindung mit Informationstechnik gefordert wurden. Damit war der Anstoß zur Entwicklung der Mechatronik gegeben, zu der die Lehrerinnen und Lehrer unserer Schule als erste bundesweite Vorschläge einreichten und anschließend an der Erstellung des aktuellen Curriculums federführend mitwirkten.

Berufliche Erstausbildung Mechatronik

Parallel dazu entwickelte die Schule aufgrund steigender Schülerzahlen im Bereich der Jugendlichen ohne Ausbildungsvertrag und der Vorklasse zum Berufsgrundschuljahr Konzepte, die mit dem Schulträger in Verbindung mit dem heutigen Weiterbildungskolleg und  Sozialarbeitern in erheblichem Maße zur Integration sogenannter unversorgter Jugendlicher führte. Die vielfältigen Projekte zeigten, dass einerseits diese besonderen pädagogischen Bemühungen die schulinterne Bildungs- und Erziehungsdiskussion bereicherten und andererseits die Schule auch an dieser Stelle die regionalen Entwicklungen mitträgt.

Jugendliche ohne Ausbildungsvertrag

In der Berufsgrundschule und der Berufsfachschule wurde ein Konzept entwickelt, das technisch orientierten Schülerinnen und Schülern in den Berufsfeldern Elektrotechnik, Kraftfahrzeugtechnik und Metalltechnik eine fundierte berufliche Grundbildung ermöglicht. Gleichzeitig haben die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, die Abschlüsse der Sekundarstufe I nachzuholen.

Berufsgrundschule

Berufsfachschule

Die politische Öffnung des Ostens führte zu einer Schulpartnerschaft mit der polnischen Schule Zespól Szkól Radiotechnicznych in Dzierzoniow. In Zusammenarbeit mit der niederländischen Partnerschule Gilde Opleidingen Roermond wurde in diesem Schuljahr ein Projekt zur Umwelt- und Energietechnik in Roermond durchgeführt.

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Schulpartnerschaft mit Polen und den Niederlanden

Organisationsentwicklung

Bautechnik, Elektrotechnik, Kraftfahrzeugtechnik und Metalltechnik, durch Abteilungsleiter geleitet, erteilten Unterricht nach Fächern in ihren Fachbereichen. Lehrerinnen und Lehrer des berufsübergreifenden Bereiches wurden über die Abteilungen hinaus eingesetzt. Der Stundenplan der Schule wurde über ein Beziehungsgeflecht engagierter Lehrerinnen und Lehrer, Abteilungsleiterinnen und -Leiter und dem stellvertretenden Schulleiter erstellt. Andere Aufgaben der Organisation und Sonderaufgaben übernahmen Lehrerinnen und Lehrer nach Beauftragung durch die Schulleitung.

 

Abteilungs- und fächerorientierte Schule

Wie oben dargestellt waren die Beruflichen Schulen für Technik eine abteilungsorientierte Schule mit verschiedenen Schulformen. Der rasche Wandel innerhalb der Abteilungen und über die Abteilungen hinaus zeigte , dass das schulinterne verwaltungstechnische - organisatorische System die notwendigen pädagogisch - didaktischen Entscheidungen nicht mehr genügend unterstützte.

Qualitätsmanagement

Mit Beginn des  Schuljahres 1997/98 wurde versucht, über die Einführung eines Qualitätsmanagementsystems die Organisationsstruktur auf einen handlungsorientierten Unterricht in Bildungsgängen auszurichten.

Qualitätsmanagement

Für die Praxis bedeutete dies, dass die Lehrerinnen und Lehrer eines Bildungsganges ein regional abgestimmtes Bildungsangebot erarbeiten, das mit den Schülerinnen und Schülern und  Kooperationspartnern abgestimmt wird. Bildungs- und Erziehungsarbeit sollte sich nicht nur  an den gesetzlichen Rahmenvorgaben sowie gesellschaftlichen Bildungskriterien orientieren, sondern auch eine regional abgestimmte Dienstleistung anbieten. Dazu war eine Organisationseinheit - die Bildungsgangkonferenz - notwendig, die die verschiedenen Lehrerinnen und Lehrer eines Bildungsganges zu bindenden Beschlüssen veranlasste. Die Vielzahl der einzurichtenden Bildungsgangkonferenzen neben den bestehenden Fach- und Fachbereichsdienstbesprechungen, die bildungsgangbezogene handlungsorientierte Unterrichtsarbeit gegenüber dem Fachunterricht führten und führen noch heute zu kontrovers geführten Diskussionen im Lehrerkollegium.

Regionales Bildungsangebot als Dienstleistung

Insgesamt sind zur Zeit 24 Kernprozesse zwischen den verschiedenen Organisationseinheiten der Schule im Rahmen des Qualitätsmanagementprozesses definiert und über Verfahrensanweisungen dokumentiert worden [3]. Mit dem Schuljahr 1999/2000 wurde die Allgemeine Prüfungsordnung Berufskolleg (APO - BK) wirksam. Viele der erarbeiteten und definierten Prozesse sowie die damit verbundene Organisationsstruktur [4]   werden einem kontinuierlichem Verbesserungsprozess unterzogen.

Die Schulleiterstelle war vom 1.10.1999 bis 30.4. 2000 nicht besetzt.

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Verordnung über die Ausbildung und Prüfung in den Bildungsgängen des Berufskollegs (APO - BK)

Überleitung zum Berufskolleg Rheydt - Mülfort für Technik

Das Berufskolleg Rheydt - Mülfort für Technik ist - wie oben dargestellt - wesentlich durch Entwicklungen der Berufspädagogik, der Technik und Medien, der Wirtschaftsregion, durch die Bevölkerungsentwicklung, durch den Wandel der Wertvorstellungen und Orientierungen geprägt. Das hohe Engagement vieler Lehrerinnen und Lehrer hat diesen Entwicklungen Rechnung getragen, so dass die Schule heute beispielsweise im Wesentlichen eine Organisationsstruktur (vgl. Anhang) hat, die die geforderte Bildungs- und Erziehungsarbeit im Sinne der APO - BK unterstützt. Mit dem Beschluss der Schulkonferenz vom 27.9.2000 wurden die im Anhang aufgeführten Bildungsgangkonferenzen als zentrale Einrichtung zur Planung, Entwicklung und Abstimmung der Bildungs- und Erziehungsarbeit in den Bildungsgängen eingerichtet.

 

Die APO - BK formuliert in einem allgemeinen Teil die grundsätzliche Bildungs- und Erziehungsarbeit mit gemeinsamen didaktischen Prinzipien und regelt über Anlagen die Arbeit der Bildungsgänge.

 

Leider wurden die Verwaltungsvorschriften, mit denen entscheidende Akzente zur Leistungsbeurteilung gesetzt wurden, erst mit dem Schuljahr 2000/2001 bekanntgegeben. Die Schule selbst hat versucht, zum 1.8.1999 die Bestimmungen der APO - BK umzusetzen.

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Berufskolleg Rheydt - Mülfort für Technik

Die  APO-BK konkretisiert unseren Bildungsauftrag wie folgt:

"Das Berufskolleg vermittelt den Schülerinnen und Schülern eine umfassende berufliche, gesellschaftliche und personale Handlungskompetenz und bereitet sie auf ein lebensbegleitendes Lernen vor. Es qualifiziert die Schülerinnen und Schüler, an zunehmend international geprägten Entwicklungen in Wirtschaft und Gesellschaft teilzunehmen und diese aktiv mitzugestalten." (vgl. APO-BK, §1)

Bildungsauftrag Berufskolleg

 

Bildungsgänge sind in der APO-BK nach Berufsfeldern, Fachrichtungen und fachlichen Schwerpunkten gegliedert, führen in einem differenzierten Unterrichtssystem - einzel- und doppelqualifizierend - zu beruflichen Qualifikationen (berufliche Kenntnisse, berufliche Grund- und Fachbildung, berufliche Weiterbildung und Berufsabschlüsse) und ermöglichen den Erwerb der allgemein bildenden Abschlüsse der Sekundarstufe II. Die Abschlüsse der Sekundarstufe I können nachgeholt werden. Dazu sind die Fächer und Lernbereiche entsprechend abzustimmen. Die Schule informiert Schülerinnen und Schüler, Erziehungsberechtigte und Ausbildungsbetriebe über die

·         Bildungsmöglichkeiten des Berufskollegs

·         wesentliche Regelungen der Bildungsgänge,

·         Leistungsanforderungen.

und berät bei der Wahl des Bildungsganges.

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Unterricht

Für den Unterricht führt die APO-BK, §6 folgendes aus:

"(1) Der Unterricht in den Bildungsgängen des Berufskollegs mit Ausnahme der Fachschulbildungsgänge ist in den berufsbezogenen Lernbereich, den berufsübergreifenden Lernbereich und den Differenzierungsbereich gegliedert. Die Fächer der Lernbereiche sind im Sinne des §1 abzustimmen.

Auftrag der APO - BK zur Umsetzung des Bildungsauftrages im Kernprozess Unterricht

(2) Die Lernbereiche tragen gemeinsam zur Entwicklung umfassender Handlungskompetenz bei. Der berufsbezogene Lernbereich fasst die Unterrichtsfächer zusammen, die im Besonderen der beruflichen und fachlichen Qualifizierung dienen. Die Fächer des berufsübergreifenden Bereichs ergänzen die berufliche Qualifizierung und tragen darüber hinaus zur allgemeinen Kompetenzentwicklung bei, indem sie zentrale gesellschaftliche, kulturelle, ethische und religiöse Fragen in die Ausbildung einbeziehen. Der Sport dient zudem der Gesundheitsförderung. Der Differenzierungsbereich ermöglicht den Schülerinnen und Schülern, ihre Kenntnisse und Fertigkeiten ihren individuellen Fähigkeiten und Neigungen entsprechend zu ergänzen, zu erweitern und zu vertiefen.

(3) Die Unterrichtsfächer und ihr Umfang werden durch die jeweiligen Stundentafeln zu den einzelnen Bildungsgängen bestimmt. Fächerübergreifende Projekt- und Lernaufgaben sind zulässig. Für die Inhalte des Unterrichts gelten die von der obersten Schulaufsichtsbehörde erlassenen Richtlinien und Lehrpläne."

Die Lehrerinnen und Lehrer des Berufskollegs Rheydt - Mülfort für Technik betrachten den Unterricht im Bildungsgang als den Kernprozess der Schule. Sie treffen ihre verwaltungstechnisch- organisatorischen Entscheidungen nach den pädagogisch-didaktischen Notwendigkeiten.

Dies  bedeutet, dass für jeden Bildungsgang didaktische Jahresplanungen durch die beteiligten Lehrerinnen und Lehrer in einem Bildungsgang erstellt werden, um den Unterricht im oben genannten Sinne abzustimmen. Die Koordinierung übernimmt ein durch die Schulleitung bestimmter Bildungsgangleiter, dessen weitere Aufgaben im Anhang dargestellt sind. Die didaktische Jahresplanung der Lehrerinnen und Lehrer, die das Bildungsangebot der Schule darstellt, wird in den neu eingerichteten Bildungsgangkonferenzen mit den an der Bildungs- und Erziehungsarbeit Beteiligten abgestimmt.

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Didaktische Jahresplanung

Bildungsgangkonferenzen

Die Bildungsgangkonferenz ist ein Organ des Schulmitwirkungsgesetzes (SchMG, §7). Mitglieder der Konferenz sind alle Lehrerinnen und Lehrer, die im Bildungsgang unterrichten, Vertreter der Schülerinnen und Schüler, Eltern und Ausbildenden mit beratender Stimme.

Öffnung der Schule

Hier öffnet sich die Schule in ihrer konkreten Bildungs- und Erziehungsarbeit nach außen und stimmt die von den im Bildungsgang tätigen Lehrerinnen und Lehrern entwickelten didaktischen Jahrespläne mit den Bildungspartnern [5] ab. Es werden die Grundsätze der Bildungs- und Erziehungsarbeit für den Unterricht sowie die didaktischen und methodischen Grundsätze des Bildungsganges beraten, abgestimmt und festgelegt. Auch Nichtmitglieder der Konferenz haben Antragsrecht.

 

Der von der Schulleitung eingesetzte Bildungsgangleiterinnen und -Leiter stellt das Bildungsangebot der Schule unter Berücksichtigung gesamtschulischer Aspekte dar und ist für die Umsetzung der Beschlüsse verantwortlich. Der gewählte Bildungsgangkonferenzvorsitzende leitet und moderiert die Bildungsgangkonferenz entsprechend des Beschlusses der Schulkonferenz vom 27.9.2000.

 

Die Beschlüsse sind für Lehrerinnen und Lehrer und Schülerinnen und Schüler bindend. Die didaktische Jahresplanung ist einerseits die Grundlage der Lehrerinnen und Lehrer für Kooperationsvereinbarungen mit der Schulleitung zur Erstellung des Stundenplanes und andererseits ein verbindlicher regionaler Bildungsleitfaden für alle direkt am Bildungsgang Beteiligten.

 

Das Berufskolleg Rheydt - Mülfort für Technik wird jährlich zwei Bildungsgangkonferenzen in jedem Bildungsgang durchführen und im Rahmen des Qualitätsmanagements die Arbeit der Konferenzen evaluieren. Bis zum Ende des Schuljahres 2000/2001 sollten alle Bildungsgänge ihre didaktischen Jahresplanungen vorgelegt und abgestimmt haben. Inhaltlich werden die Planungen sicherlich sehr unterschiedlich sein, weil die curricularen Vorgaben für viele Bildungsgänge noch fachorientiert sind. Die APO-BK schreibt hier eine Arbeit vor, die unter Umständen durch die Lehrerinnen und Lehrer der Bildungsgänge doppelt geleistet wird. Dies gilt es zu vermeiden. Die Überarbeitung der Lehrpläne im Sinne einer Bildungsgangdidaktik muss zukünftig mit den Schulen besser abgestimmt werden.

Die Schule wird im Sinne eines Kompetenzzentrums für Technik weiter entwickelt und der noch zur Zeit der Beruflichen Schulen für Technik begonnene Qualitätsmagementprozess wird fortgeführt. Der Unterricht im Bildungsgang wird durch die beteiligten Lehrerinnen und Lehrer selbst evaluiert und damit einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess unterzogen. Die Kriterien zur Evaluation werden im Rahmen des Schulentwicklungsprozesses erarbeitet. Der Bildungsgangkonferenz und der Schulleitung wird hierzu entsprechend berichtet.

Evaluation des Unterrichts

Alle Bildungsgänge arbeiten zur Zeit an einem einheitlichen Beratungskonzept und werden für die Schülerinnen und Schüler bis zum Ende des Schuljahres 2000/2001 eine spezifische Schülerinformationsschrift für jeden Bildungsgang in den Konferenzen vorlegen.

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Beratung und Information

Leitvorstellungen

 

Zusammenfassend lässt sich die bisherige Entwicklung unserer Schule wie folgt charakterisieren:

Leistungsprofil der Schule

·        Unsere Schule arbeitet eng verzahnt mit den Bildungspartnern aus Handwerk und Industrie im Bereich der beruflichen Erstausbildung in den Berufsfeldern der Bautechnik, Elektrotechnik, Kraftfahrzeugtechnik sowie Maschinen- und Versorgungstechnik zusammen. Sie hat die Kernkompetenzen aus diesen Bereichen weiterentwickelt in die Mechatronik und Informationstechnik.

In Kooperation mit dem Berufskolleg Rheydt - Mülfort für Wirtschaft und Verwaltung wird der Automobilkaufmann ausgebildet.

Berufsschule

·        Unsere Schule hat Konzepte mit dem Schulträger und anderen Trägern entwickelt, die gezielt Jugendliche ohne Ausbildungsvertrag und ohne Sekundarabschluss I besonders fördern.

 

·        Unsere Schule bietet über die Berufsfachschule in den Berufsfeldern Elektrotechnik, Kraftfahrzeugtechnik und Maschinentechnik eine berufliche Grundbildung und den Erwerb der Fachoberschulreife an.

 

Berufsfachschule

·        Unsere Schule bietet Schülerinnen und Schülern mit Berufsabschluss in den Schwerpunkten Bautechnik, Elektrotechnik und Metalltechnik den Erwerb der Fachhochschulreife in Vollzeit- und Teilzeitform an.

Fachoberschule

·        Unsere Schule bietet Schülerinnen und Schülern mit Fachoberschulreife über den Besuch der Klassen 11 und 12S der Fachoberschule den Erwerb der Fachhochschulreife in den Fachrichtungen Bautechnik, Elektrotechnik und Metalltechnik an.

 

Fachoberschule
Klasse 11 und Klasse 12

·        Unsere Schule bietet Schülerinnen und Schülern mit Berufsabschluß und einschlägiger Praxis den Erwerb des 'Staatlich geprüften Technikers' in der Fachschule für Technik in den Fachrichtungen Heizungs-, Lüftungs-, Klimatechnik sowie Informatik an.

Fachschule für
Technik

 

·        Unsere Schule hat die Genehmigung zur Einrichtung der Klasse 13 in der Fachoberschule sowie zur Erweiterung der Fachschule für Technik um die Fachrichtung Mechatronik.

Fachoberschule

Klasse 13

Fachschule für Technik Fachrichtung Mechatronik

·        Unsere Schule unterhält internationale Beziehungen über Schulpartnerschaften mit den Niederlanden und Polen.

Schulpartnerschaften

 

Das aus den Beruflichen Schulen für Technik entstandene Profil des Berufskollegs Rheydt - Mülfort für Technik, die Arbeiten zur Einführung eines Qualitätsmanagementsystems und die ersten Schritte in Richtung Berufskolleg führen zu den folgenden Leitvorstellungen:

·         Die Lehrerinnen und Lehrer, sowie die nicht direkt durch Unterricht betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entwickeln und stellen ein Bildungsangebot bereit, welches sich im Rahmen der geltenden Bestimmungen in Bildungsgängen konkretisiert. Im Rahmen des Schulmitwirkungsgesetzes wirken alle Partner an der Erstellung dieses Angebotes mit.

·         Für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist Schule ein nach demokratischen Prinzipien geordneter Lebensraum, in dem junge Menschen gebildet und erzogen werden. Die Bildungs- und Erziehungsarbeit berücksichtigt die regionalen und gesellschaftlichen Entwicklungsprozesse.

Dementsprechend wird Schule von allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern als ein "Offenes Haus des Lernens" verstanden, in dem

·         das Finden der eigenen Identität und die Achtung der Integrität anderer, der Respekt vor dem Andersartigen gelebt werden kann;

·         Wissensvermittlung und Persönlichkeitsbildung als Ganzes gesehen wird;

·         das Lernen lernen mit zeitgemässen Mitteln in einer modernen Lernumgebung angestrebt wird;

·         berufsübergreifende und berufsbezogene Aspekte als gleichwertig betrachtet werden;

·         anwendungsorientiertes Lernen mit Bezug zu biografischen, historischen und umfeldbezogenen Erfahrungen stattfindet;

·         Schülerinnen und Schüler gefördert und gefordert werden;

 

Leitziele

 

·        die Bildungsgangkonferenzen im Bereich des dualen Berufsbildungssystems ein praxisnahes Ausbildungsangebot mit den Bildungspartnern sichern, wobei betriebliche, überbetriebliche und schulische Ausbildung verzahnt und abgestimmt werden;

Bildungsgangkonferenzen

 

·        der berufsübergreifende Bereich und der Differenzierungsbereich mit den Trägern der dualen Ausbildung für Ausbildungsangebote zur Förderung und Vertiefung sowie zur Doppelqualifizierung abgestimmt werden;

Erweiterung der  Bildungsangebote

 

·        über Kooperationen mit dem Berufskolleg Rheydt - Mülfort für Wirtschaft und Verwaltung, der Gesamtschule Rheydt- Mülfort und der Realschule Rheydt - Mülfort  Bildungskonzepte der Technikbildung abgestimmt werden, die Schülerinnen und Schülern eine kompetente berufliche Erstausbildung und Weiterbildung eröffnen. Das Berufskolleg wird zum Kompetenzzentrum für Technik weiterentwickelt;

Kooperation

·        in Zusammenarbeit mit dem Schulträger, dem Weiterbildungskolleg und anderen Trägern benachteiligte Schülerinnen und Schüler besonders beraten und im Hinblick auf eine berufliche Integration in den regionalen Arbeitsmarkt gefördert werden;

Förderung benachteiligter Jugendlicher

·        die Bildungsgangkonferenzen der Berufsfachschule und der Fachoberschule mit Erziehungsberechtigten und Schülern ein Konzept des 'Förderns und Forderns' im Hinblick auf kompetente Handlungsfähigkeit für eine berufliche Grundbildung, weitere berufliche Tätigkeit oder ein Studium an der Fachhochschule entwickeln;

Fördern und Fordern

·        die Fachschule für Technik -sofern die personalen Voraussetzungen gegeben sind- mit Beginn des Schuljahres 2001/2002 um die Fachrichtung Mechatronik erweitert wird;

Fachrichtung Mechatronik

·        die Bildungsgangkonferenzen der Fachschule mit den Schülerinnen und Schülern der Fachschule ein Konzept der Erwachsenenbildung abstimmen;

Erwachsenenbildung in der Fachschule

·        alle Bildungsgangkonferenzen bis zum Ende des Schuljahres 2000/2001 ihre didaktischen Jahresplanungen einschließlich eines Konzeptes für die Leistungsbeurteilung vorlegen [6] ;

Didaktische Jahresplanung

·        über eine Schülerinformationsschrift die Schülerinnen und Schüler über die wesentlichen Aspekte der Bildungs- und Erziehungsarbeit, die Bildungswege der Schule und der Bildungsgänge informiert werden. Dafür wird die Arbeit im Rahmen der Schulmitwirkung, insbesondere in der Bildungsgangkonferenz besonders herausgestellt;

Schülerinformationsschrift

·        die Arbeit der Bildungsgänge durch die Bildungsgänge selbst evaluiert wird. In Zusammenarbeit mit den Kolleginnen und Kollegen der Arbeitsgruppe  Qualitätsmangement werden im Rahmen der Bildungsgangarbeit bis zum Ende des Schuljahres 2000/2001 Evaluationskonzepte in den Bildungsgangkonferenzen erarbeitet;

Evaluation der  Bildungsgangarbeit nach Kriterien des Qualitätsmanagements

 

·        die Umsetzung der APO- BK sowie die damit verbundene Organisationsentwicklung fortgesetzt und im Rahmen des Qualitätsmanagements moderiert und dokumentiert wird;

·         Kriterien  des Qualitätsmanagements im Rahmen der Evaluationsarbeit sowohl im pädagogisch - didaktischen Bereich als auch im verwaltungstechnisch – organisatorischen Bereich eingehalten werden und

·        die Aufgaben der Lehrerinnen und Lehrer den Anforderungen aus dem pädagogisch-didaktischen Bereich fortlaufend angepasst werden. Der verwaltungstechnisch-organisatorische Bereich hat die pädagogisch-didaktischen Entwicklungen zu unterstützen und beschlossene Anforderungen im schulisch möglichen Rahmen umzusetzen.

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[1] Warnecke, Prof. Dr. Ing., Präsident der Fraunhofergesellschaft. in: VDI nachrichten Sonderheft fazit, 11/1999 Ausgabe 42, Seite 30,

[2] vgl. Sennett, R.: Der flexible Mensch, Siedler Taschenbuch im Goldmann Verlag, 3. Auflage, S 58 ff,

[3] vgl. `Qualitätsmanagement` und `Fortbildung für Lehrer`

[4] vgl. Anhang `Organisationsplan des Berufskolleg Rheydt-Mülfort für Technik`

[5] Bildungspartner sind für uns alle am Bildungsprozess Beteiligte

[6] siehe Seite 13ff